Die Malerei im Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum wurde ab 1915 nach den Entwürfen von Rudolf Steiner, vom Sommer 1918 bis Oktober 1919 in wichtigen Teilen von ihm selbst ausgeführt. Sie nahm im „Gesamtkunstwerk“ dieses Baus schon durch die Fläche von 650 Quadratmetern einen bedeutenden Platz ein. Zum großangelegten ikonographischen Programm (große Kuppel: Weltschöpfung und Weltalter, kleine Kuppel: die Christusgestalt und die Initiatoren der Kulturepochen) kam eine neue Technik und Malweise (Pflanzenfarben in Schichttechnik). Alle Zeitgenossen berichten von der außerordentlich starken Wirkung, die von der Malerei zusammen mit dem vielfarbigen Licht der geschliffenen Glasfenster ausging.
von Hilde Raske


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